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Langsam wird's langweilig...
Im jüngsten nationalen Schulvergleich erweist das dreigliedrige Schulsystem sich als klar überlegen. Mal wieder.
WMs sind für Politiker etwas sehr schönes. Das Wahlvolk ist für ein paar Wochen abgelenkt, und schlechte Nachrichten, die in diese Zeit fallen, gehen in der allgemeinen Begeisterung einfach unter. Dieses Jahr war das zum Beispiel der erste nationale Schulvergleich der Neuntklässler, der mal wieder zu Tage brachte, daß sich seit dem großen Pisa-Schock 2001 eigentlich nichts verbessert hat, allen hektischen Reformen und Reförmchen zum Trotz.
Kein Wunder, waren diese doch nicht nur undurchdacht, sondern vielfach statt von Vernunft durch Ideologie geleitet. Vor allem in den nördlichen Ländern und den freien Städten liefen sie auf die Etablierung von Gesamtschulen hinaus, obwohl sich schon in der ersten Pisa-Studie eine klare Überlegenheit des traditionellen, dreigliedrigen Schulsystems abzeichnete. Der neueste Vergleich hat das nun mal wieder bestätigt. Je mehr ein Bundesland auf das bewährte Schulsystem setzt, desto besser schnitt es ab. Sieger waren auch diesmal Bayern, Baden-Würtemberg und Sachsen, die fleißigsten Reformer im Sinne der Einheitsschule die Verlierer. Die Bremer Schüler hinkten ihren Altersgenossen aus dem Süden teilweise um eineinhalb Jahre hinterher.
Wer jetzt glaubt, die für das Bildungsdesaster verantwortlichen Politiker und Meinungsbildner hätten nun vielleicht ein Einsehen, der ist entweder hoffnungslos naiv, oder er lebt noch nicht lange in diesem Land. Selbstverständlich denken sie nicht im Traum daran, nun endlich mal Vernunft über Ideologie zu stellen. Wohl aber scheinen ihnen angesichts der erdrückenden Faktenlage so langsam die Argumente auszugehen. Stattdessen setzt man auf weinerliche Solzialromantik. Die guten Ergebnisse im Süden seien "erkauft" durch "soziale Selektion und Leistungsdruck", jammert zum Beispiel die Wochenzeitung Der Freitag. Potential und Kompetenz würden durch die zu frühe Selektion "in brutaler Weise ignoriert und zerstört". Souverän wird übersehen, daß zum Beispiel die bayerischen Schüler aus allen Schulen überdurchschnittlich abschneiden, nicht nur aus dem Gymnasium. Und daß man mit einem bayerischen Hauptschulabschluß auch heute noch durchaus etwas werden kann, eben weil nicht auf Biegen und Brechen möglichst viele durchs Gymnasium geschleust werden, so daß die Hauptschule zu einer Abschiebeschule für die hoffnungslosen Fälle mutiert.
Und am Ende des Artikels wird natürlich mal wieder das Märchen vom Einheitsschul-Wunderland Finnland erzählt. Da wir uns dazu aber bereits ausführlich geäußert haben, brauchen wir das an dieser Stelle nicht noch einmal zu tun.