Wer wir sind

Die PV! Hansea ist ein Zusammenschluß deutscher Gymnasiasten und Abiturienten. Den aktiven Bund und damit das Herz der Hansea bilden die Schüler. Mit dem Bestehen des Abiturs erfolgt der Aufstieg in die Altherrenschaft. Vorausetzung für den Beitritt ist der Besuch eines südniedersächsischen Gymnasiums.

Unser Name geht auf die Hanse zurück, einen mächtigen Handelsverband deutscher Kaufleute, der in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet wurde und sich im Laufe der folgenden 200 Jahre langsam zu einem Städtebund entwickelte. Die Städte, die ihm angehörten, nennen sich noch heute Hansestädte. Auch Göttingen gehört dazu.

Der Name wurde ausgewählt, weil alle unsere Gründungsmitglieder aus verschiedenen Hansestädten stammten. Außerdem war die Hanse eine der ersten gesamtdeutschen Vereinigungen, zu einer Zeit, als an eine deutsche Nationalbewegung noch gar nicht zu denken war. Unsere Farben sind schwarz-weiß-rot. Dabei handelt es sich um eine Kombination der Farben Preußens (schwarz-weiß) und der Farben der Hanse (weiß-rot).

Wir sind keine Interessengemeinschaft und kein unverfänglicher Stammtisch. Wir sind ein Lebensbund, eine Gemeinschaft, gekennzeichnet durch Kameradschaft und lebenslange Freundschaft. Der Austritt eines Bundesbruders sollte eine seltene Ausnahme sein. Unserer Gemeinschaft beizutreten, ist deshalb ein großer Schritt, den man nicht unbedacht tun sollte. Um das sicherzustellen, beginnt die Mitgliedschaft bei uns mit einer einjährigen Einführungszeit. Sie dient dem gegenseitigen Kennenlernen und dazu, die jungen Mitglieder mit unserer Geschichte, unseren Gepflogenheiten und unserem Brauchtum vertraut zu machen. Bundesbrüder, die sich in dieser Einführungsphase befinden, bezeichnen wir als Füchse. Ein Fuchs kann jederzeit und unkompliziert seinen Austritt erklären, ohne sich für diesen Schritt rechtfertigen zu müssen.

Unsere Aktivitäten orientieren sich am Brauchtum studentischer Verbindungen im allgemeinen, unsere Ansichten und Ziele an den Ideen der Burschenschaft im speziellen. Das spiegelt sich in unserem Wahlspruch wieder, den sich in ähnlicher Form bereits die Urburschenschaft auf ihre Fahnen geschrieben hatte: Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland.

Gott
Das Volk, das einen schlechten Begriff von Gott hat, hat auch einen schlechten Staat, schlechte Regierung, schlechte Gesetze.
Georg Friedrich Wilhelm Hegel

Religion ist vermutlich die älteste Kulturleistung der Menschheit überhaupt. Der Mensch bringt Religionen hervor, weil er über seine Existenz und seinen Platz im Kosmos nachdenkt. Diese Fähigkeit wiederum ist es, die ihn, als einzige Spezies auf der Erde, über den Tellerrand seines unmittelbaren Überlebensvorteils hinausblicken und Vorstellungen von Ethik und Moral entwickeln läßt. Somit sind Religion und Kulturbildung untrennbar miteinander verknüpft. Die Vorstellung, sich nach dem Tode vor einer höheren Autorität für sein Leben verantworten zu müssen, trägt viel Gutes in sich. Ein Mensch, der ihr anhängt, wird sein Leben bewußter führen und seinen Mitmenschen gegenüber mehr Verantwortung zeigen. Wer sich hingegen sicher ist, "nur dieses eine Leben zu haben", wird zu Egoismus neigen, weil er aus der Zeit, die ihm bleibt, möglichst viel für sich selbst herausholen will. Eine Gesellschaft, die aus solchen Menschen besteht, kann nicht überleben. Etwas Gutes um seiner selbst willen zu tun, Opfer zu bringen, damit es allen ein wenig besser geht, das bedeutet, Verantwortung vor Gott zu übernehmen.

Die heutige Abkehr vieler Menschen von der Religion ist keine Folge verbesserter Bildung oder Aufklärung, sondern von Übersättigung und Kulturvergessenheit. Wir Hansen sind kein religiös ausgerichteter Bund, aber wir bekennen uns zur Religion als unverzichtbaren Träger einer stabilen Gesellschaft. Wenn aber Religion und Kultur ein Paar bilden, dann muß Religion von der Gesellschaft getragen werden. Esoterische Subkulturen oder die oberflächliche Adaption fremder Religionen durch Einzelne sind kein Ersatz für volkstümlich gelebten Glauben.

Wir sind kein explizit christlicher Bund. Religion ist nicht Teil unseres Bundeslebens, und wir fragen nicht nach Mitgliedschaft in einer Kirche. Aber wir bekennen uns zu den christlichen Wurzeln der europäischen Kultur und dem darauf basierenden Wertesystem.

Ehre
Der Mensch ist von Natur böse. Er tut das Gute nicht aus Neigung, sondern aus Sympathie und Ehre.
Immanuel Kant

Ehre bedeutet für uns die Überwindung selbstsüchtiger Triebe, die Bereitschaft zum Verzicht zum Wohle der Gesellschaft, die Achtung von Sitte und Anstand, die Achtung vor der eigenen Würde sowie der Würde jedes anderen Menschen und schließlich den Mut und die Bereitschaft, als freier Mensch aufrecht zu leben und sich zur Wehr zu setzen, wenn einem dies streitig gemacht wird.

Freiheit
Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
Abraham Lincoln

Freiheit ist für uns das Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, sowohl für Individuen als auch für Völker als Ganzes. Zwänge sollten dort walten, wo sie für ein geordnetes Zusammenleben vonnöten sind, nicht aber dort, wo sie der Ausbeutung dienen, damit es einigen Wenigen besser geht. Außerdem bekennen wir uns zur Freiheit des Wortes und zum Pluralismus der Meinungen, da wir glauben, daß gute Ideen und wichtige Erkenntnisse sich nur dort durchsetzen können, wo sie frei geäußert werden dürfen und daß das Unrecht es dort schwerer hat, wo es allen bekannt ist.

Vaterland
Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe.
Gottfried Keller

Eine Gesellschaft, das hat die Geschichte vielfach gezeigt und tut es noch heute, funktioniert am besten, wenn sie aus Menschen besteht, die sich auf natürliche Weise verbunden fühlen. Durch gleiche Sprache, gleiche Kultur, verwandtes Brauchtum und eine gemeinsame Geschichte. Unter dem deutschen Volk verstehen wir die Gesamtheit aller Menschen, die in diesem Sinne deutsch sind. Die Integration eines Fremden in diese Gemeinschaft ist kein reiner Verwaltungsakt, der mit der formellen Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit abgeschlossen wäre, sondern ein langwieriger Prozeß, der sich über mehrere Generationen hinziehen kann und einiges an Mühe und gutem Willen erfordert. Gleichwohl ist es ein möglicher Prozeß, der sich in der Geschichte vielfach vollzogen hat. Beispiele sind die Integration der französischen Hugenotten in Preußen oder der polnischen Gastarbeiter, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Bergleute im Ruhrgebiet Arbeit fanden. Beide Gruppen sind im deutschen Volk aufgegangen. Ihre Nachkommen werden heute von niemandem mehr als Fremde empfunden. Beide Gruppen entstammten aber auch verwandten Kulturkreisen, und ihre Anzahl war überschaubar.

Wir Hansen bekennen uns zu einem gesunden und bodenständigen Patriotismus. Heimatliebe ist gut, denn wahre Verantwortung übernimmt der Mensch nur für Dinge, die er liebt. Die zeitgeisthörigen Medien und Intellektuellen in diesem Land sagen, eine solche Liebe zum eigenen Land führe unweigerlich zu völkischer Überheblichkeit, zur Verachtung alles Fremden, zu Haß und schlimmstenfalls zum Krieg. Wir aber sagen: Das Gegenteil ist der Fall. Wer mit seinem Nächsten in Frieden leben will, muß zuallererst mit sich selbst im Reinen sein. Wer aber mit sich selbst so im Unfrieden ist, wie wir Deutschen es seit Jahrzehnten sind, der darf auch von außerhalb keinen Respekt erwarten.

Burschenschaft heute